Das Model Peugeot 208 GT Line

Wir durften die aktuelle Generation des nun schon seit 2019 auf den Straßen herumflitzenden 208er Peugeot ausführlich testen. An dieser Stelle geht auch gleich unser Dank an PSA Retail Austria, die uns den derzeit vermutlich chicsten Kleinwagen auf Österreichs Straßen zur Verfügung gestellt haben.

Vorweg sei erwähnt, dass unser Testauto in der höchsten Ausstattungsvariante, der (Allure) GT-Line ankam. Neben den sportlichen Akzenten, wie Heckspoiler, breiten Radkästen oder auch den 18-Zoll Felgen, fällt vor allem die bereits von der großen Schwester 508 bekannte Front inklusive des „Säbelzahntiger“-Tagfahrlichts auf. Auch die Heckansicht, die ein wenig an die sportlichen Versionen des 205 der 80er Jahre erinnert, weiß zu gefallen. In der Redaktion sind wir uns einig: Peugeot ist mit dem 208 ein absoluter Hingucker gelungen. 

Der Innenraum

Auch innen setzt sich das aufregende Design fort. Die verwendeten Materialen wirken durchwegs hochwertig. Insgesamt erinnert nur das etwas beengte Raumgefühl daran, das man hier nicht in einem Mittelklassewagen platz genommen hat. Die Steuerung der Funktionen wie Klimaanlage und Infotainment erfolgt über ein, im Jahr 2020 fast zum Standard gewordenes, in Richtung des Fahrers ausgerichtetes Touchdisplay. Zusätzlich können einige Menüpunkte über separate Touchknöpfe in der Konsole angewählt werden. Unglücklicherweise fehlt auch hier die haptische Rückmeldung und man verbringt (zu) viel Zeit mit dem Blick auf das Display, selbst bei Änderung der Temperatur oder der Gebläseeinstellungen. Apropos Gebläse: im Zuge einer Autobahnfahrt fanden wir keine Möglichkeit, die Lüftungsdüsen komplett zu schließen. Dies führte dazu, dass bei zunehmender Geschwindigkeit, trotz abgeschaltetem Gebläse, ein nicht unbeträchtlicher (und unangenehmer) Luftstrom aus den Lüftungsdüsen entstand. Davon abgesehen fühlt man sich im Cockpit des 208 aber sehr gut behütet. Wie auch in den größeren Modellen führt der Blick über das Lenkrad auf das digitale Armaturenbrett. Dabei werden die wichtigen Infos wie Geschwindigkeit mittels 3D-Effekt hervorgehoben. Die Sportsitze bieten guten Halt, einzig die Oberschenkelauflage könnte etwas länger ausfallen, was in der Kompaktklasse aber leider oft ein unerfüllter Wunsch bleibt. 

Fahrdynamik

Abseits der optischen Reize interessierten uns auch die Fahreigenschaften des sportiven Kompakten. Wählt man den Fahrmodus „Sport“ weiß der 131 PS starke Turbobenziner durchaus anzupacken, das ein oder andere PS mehr wäre dem Fahrspaß aber durchaus zuträglich. Auch die Lenkung liefert im Sportmodus (der bei jedem Fahrtantritt neuerlich gewählt werden muss) deutlich bessere Rückmeldung von der Fahrbahn. Flott durchfahrene Kreisverkehre erinnern dabei schnell an das Gefühl auf der Kartbahn, wozu auch das straffe Fahrwerk und der kurze Radstand einen wesentlichen Beitrag leistet. Auch wenn nicht die Fahrleistungen eines Polo GTI oder Ford Fiesta ST erreicht werden, so zeigt der kleine Franzose doch seine sportlichen Ambitionen. Etwas zu viel des sportlich Guten ist das auf längere Dauer etwas nervige (über einen Soundgenerator erzeugte) Dröhnen des Motors. 

Fazit

Peugeot ist mit dem neuen 208er ein echter Hingucker gelungen, der einen Hauch von Luxus in die Kompaktklasse einziehen lässt. Das hat allerdings auch seinen Preis. Mit knapp 30.000 Euro ist unser Testwagen nicht gerade ein Schnäppchen. Eine Interessante Alternative zu den in dieser Wagenklasse eher biederen Modellen ist er aber allemal. Besonders auf die e-Version sind wir schon gespannt. Sobald wir diese in die Finger bekommen, werden wir an dieser Stelle natürlich umgehend berichten!

Autor: Christoph Meissner-Gibhart

Model: Laura Frischenschlager
Location: Gewerbepark Traiskirchen
Fotograf: Alexander Bachmayer

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