508 HY-brid GT 

 

Manche können es eben, manche nicht. 


Eine der schönsten aktuellen Mittelklasse-Limousinen gibt es jetzt auch als Plug-in-Hybrid. Mit einem angegebenen Normverbrauch von 1,3 Liter auf 100 Kilometer verspricht Peugeot zudem eine elektrische Fahrleistung von bis zu 53 Kilometern. 
Die Rede ist hier vom Peugeot 508 HY-brid in der von uns getesteten Topausstattung GT.

Real haben wir mit den maximal möglichen 135 km/h dieses Versprechen nicht geschafft. Etwas mehr als 38 Kilometer waren immer möglich. Innerhalb Wiens konnten wir sehr gute 45 Kilometer rein elektrisch nutzen.
 

Mit der E-Save-Funktion lässt sich eine elektrische Reichweite von zehn oder zwanzig Kilometer bis hin zur vollen Ladekapazität für einen späteren Zeitpunkt aufsparen. Eine gute Rekuperation wird erreicht, wenn der Automatikwählhebel von der Position D in B geschoben wird. 


Dies genügt im Regelfalle immer, weil es in Österreich nur eine Großstadt gibt. 

Der 1,6-Liter-Turbobenziner mit 181 PS wird in anderen Modellen auch ohne die Elektrounterstützung angeboten. Ursprünglich wurde der Motor von BMW für den Mini entwickelt. 

 

Im Einklang mit der so eleganten Coupe- Linie schließt frau auf eine ebenso leistungsfähige wie stilsichere Sportlimousine. 

Die Werksangaben vom Null-auf-Tempo-100-Sprint belaufen sich auf 7,9 Sekunden. Dies konnte mehrfach bestätigt werden. Die maximale Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h ist in Österreich nicht erlaubt und ist somit nicht überprüfbar.  

Der Vierzylinder-Turbobenziner mit derzeit 181 PS und maximal 300 Newtonmeter Drehmoment steuert bereits ab 3000 Touren seine Kraft hinzu. 

Im Ganzen erhält der 508 HY-brid GT somit eine Systemleistung von 224 PS und ein maximales Drehmoment von 360 Newtonmeter. 

Als technisch interessante Lösung befindet sich der rund 80 kW starke Elektromotor links vorne neben dem quer eingebauten Verbrenner. 

Peugeot hat hier eine sehr wichtige Funktion in die Hybrid Modelle integriert: die sogenannte „Save-Funktion“. Damit lässt sich samt der perfekten Symbiose aus seidenweicher Achtgang- Automatik und einem Drehmomentwandler stets genug Restreichweite für eine Zero Emission Fahrt am Reiseziel einsparen oder gar dazuladen. 


"Der E-Motor ist dort, wo beim konventionellen Auto der Drehmoment-Wandler der Automatik sitzt", so Technik-Sprecher Tijl Verhelst. 

 

Im Herbst 2020 wird es die noch stärkere Variante geben: den Peugeot 508 Sport Engineered mit einer Systemleistung von 265 kW und einem Drehmoment von 520 Nm. Wir freuen uns bereits jetzt schon auf dieses -  zudem auch noch allradbetriebene -  Fahrzeug. Damit wird das gegenwärtige Top Model der Marke, der Peugeot 3008 HY-brid in seiner Funktion abgelöst werden.

 

Die eingebaute Brake-Funktion wandelt kinetische Energie wieder in elektrische Energie um. Die 11,5-kWh-Batterie kann an einer 3,7-kW-Wallbox in gut drei Stunden aufgeladen werden. 

Im reinen Elektro-Modus fährt der Peugeot 508 HY-brid in der höchsten GT Ausstattung bis 135 km/h zu 100 Prozent elektrisch.

Das Fahrzeug schlägt im Modus „Hybrid“ selbst den jeweils sinnvollsten Antrieb vor, im Sport-Modus stehen beide Motoren mit voller Leistung parat. 

Der Komfort-Modus schließlich unterstützt den Hybridbetrieb mit einer elektronisch gesteuerten Federung, die spürbar mehr Ruhe ins Auto bringt.
 

Über Tasten in der breiten Mittelkonsole wird der gewünschte Modus entschieden. Gestartet wird nach Möglichkeit im Elektromodus. 
 

Unsere Topvariante GT kostet ca. 53.000 Euro an.
Neben elektronischen Federung sind hier wirklich alle erdenklichen und sehr hochwertigen Ausstattungsmerkmale wie ein hochwertiges Soundsystem, LED Scheinwerfer oder Keyless-Go-System bereits an Bord. 


In Sachen Fahrdynamik kann der Peugeot 508 HY-brid GT seinem rein benzinbetriebenen Konzernbruder nicht ganz das Wasser reichen. Der Alltagsbetrieb im Peugeot 508 Hybrid soll natürlich kein Sprintwettbewerb sein, sondern zum Gleiten animieren. 

Der Sinn des Peugeot 508 HY-brid GT beweist sich in den Vorzügen des lokal emissionsfreien E-Mobils. Dies macht der 508 dann auch wirklich herausragend. 


Die altbekannte Schwäche des aktuellen Peugeot 508 liegt in der Quadratur des Kreises. So schön das Design auch ist, zum Ein- bzw. Aussteigen darf man nicht "Max Size" haben. 


Die eingeschränkte Kopffreiheit aufgrund des niedrigen Dachverlauf und das kleine Lenkrad gefällt ebenfalls nicht unbedingt jedem, vermittelt aber eine gewisse Sportlichkeit. 
Insgesamt verspüht der Peugeot - wie in den Test davor - mit seinem Design riesigen Charme. Die bullige Front gefällt den Männern, die Linie den Frauen. Dies kann bedingungslos nachgewisen werden.

 

Peugeot 3008 Hybrid 4 GT

Drei Motoren, 300 PS, vier angetriebene Räder und derzeit der stärkste Peugeot - ein Wolf im Schafspelz

Insgesamt erwies sich der neue Peugeot 3008 GT Hybrid4 (2020) bei der ersten Testfahrt als ausgewogene Alternative.
Mit bis zu 2.016 Kilogramm Leergewicht ist der Peugeot 3008 GT Hybrid4 ein schwerer, aber liebenswerter Wolf im Schafspelz.
Äußerlich entspricht der Peugeot 3008 dem aktuellen Peugeot-Löwendesign. Die wuchtige Front dominiert ein Kühlergrill als "Löwenmaul" und im Heck die mittlerweile typischen Peugeot-Krallen.

Die gewaltige Kraft sieht man ihm von außen nicht an. Als Verbrennungsmotor kommt nun ein 1,6-Liter-Turbobenziner mit 200 PS zum Einsatz, der Unterstützung von einer 81 kW leistenden E-Maschine erfährt, die in das Gehäuse der Achtstufen-Automatik integriert ist. Im Heck des neuen Peugeot 3008 GT Hybrid4 (2020) verrichtet ein weiterer Elektromotor mit 83 kW seinen Dienst – das macht in der Summe eine Systemleistung von 300 PS, die den derzeit leistungsstärksten Peugeot befeuert. Hinzu kommt die 13,2-kWh-Lithium-Ionen-Batterie (Nettokapazität 10,4 kWh), die sich an der Haushaltssteckdose in sieben Stunden oder an einer Wallbox (32 A) in zwei Stunden 45 Minuten wieder aufladen lässt. Die E-Reichweite nach WLTP-Norm soll bis zu 65 Kilometer betragen. Den Hybrid-Antrieb aus einem 200-PS Benziner und zwei Elektromotoren mit je 112 PS verbaut Peugeot-Konzernmutter PSA auch in den Geschwistermodellen des 3008-Hybriden: Dem DS7 E Tense (diesen fahren wir derzeit im Praxistest!), dem OPEL Grandland X und bald dem Citroen C% Aircross.

Wenn alle drei Motoren gleichzeitig antreiben, zieht der derzeit stärkste Peugeot am Markt flott voran. Oft haben wir beim Beschleunigen gedacht, wie säßen in einem reinen Elektrofahrwerk. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h. Diese allerdings wurde selbstredend aufgrund der Unsinnigkeit derselben und der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in Österreich von 130 km/h nicht ausgetestet. Den klassischen 0-100 km/h-Sprint scheint er nicht nur auf dem Papier, sondern auch in Realität in 5,9 Sekunden zu meistern. Für einen Crossover in dieser Klasse ist das maximale Drehmoment von 520 NM schlichtweg eine Ansage an den Mitbewerb.

Kurven werden eher behäbig und mit gefühlter Seitenneigung angegangen. Der Fahrkomfort kommt allerdings nicht zu kurz.  Sehr manierlich und ohne starke Rüttelpartien fühlt sich das Fahren im Peugeot 3008 GT Hybrid4 an.

Der Peugeot ist mit einer 22 Zentimeter hohen Bodenfreiheit versehen und somit geländegängiger als man im Voraus von einem 300 PS starken Plug-In Hybriden mit einer 340 Kilogramm schweren Batterie denkt. Den Technikern gelang es mit einer gelungenen Abstimmungsarbeit, die guten Komforteigenschaften des Peugeot zu erhalten.
Die Nettokapazität der Batterie hat 10,5 kWh und kann mit einem E Save Programm auch beim Fahren geladen werden. Die neuentwickelte Achtgangautomatik verrichtet sanft Ihren Job und kann per Tastendruck und der aktivierbaren Bergabfahrhilfe beim Downhill deaktiviert werden.

Die Elektromotoren hinterließen einen sehr guten Eindruck. Selbst bei zügig gefahrenen Abschnitten haben wir immer eine E-Reichweite von ca. 30 Kilometern gemessen.  So sind wir die in den Werksangaben bezifferten 135km/h wirklich auch rein elektrisch gefahren.
Die Rekuperation erfolgt in der Schaltstufe „B“ statt „D“ und kann mit einem E Save Programm sogar in die Varianten erzwungen werden. So sind ausstoßfreie Ausfahrten am Zielort möglich und wirklich gut planbar. Bleibt noch der übliche Hybrid-Modus, der wie erwartet bewusst die E-Motoren einsetzt und für ein angenehm harmonisches Fahren sorgt. Der Verbrenner muss nur gelegentlich leise zuarbeiten. Immer wieder beachtlich, wie der Hybrid-Rechner seine Motoren sanft ansteuert. Selbst der E-Motor am Heck ist gelegentlich allein tätig. Wer über die Kraftflüsse informiert sein möchte, schaut sich im Cockpit die Antriebsarten und Ladezyklen an.

Wie beim regulären Peugeot 3008 liegt das Kofferraumvolumen bei 395 bis 1.357 Litern. Der Kraftstofftank fällt mit 43 Litern statt 52,5 l beim normalen Verbrenner geringfügig kleiner aus.

Der Preis für den gut verarbeiteten und hochwertigen Hybrid4 erreicht indes beachtliche Höhen. Die von uns getestete feinen Ausstattungslinie GT kostet in der Einstiegsvariante 47.000 Euro und hatte alle erdenklichen Systeme an Bord.

FAZIT:
Das Antriebskonzept des Peugeot 3008 erscheint nach den ersten Fahrten absolut stimmig und alltagstauglich. Die angegebene Kraft sieht man dem Peugeot 3008 nicht an. Daher waren wir sehr positiv überrascht und hatten eine hohe Freude am Fahrzeug.
 
Autor: Thomas Hausner
Location: Österreich
Fotograf: Thomas Hausner


Peugeot 208 GT Line

Wir durften die aktuelle Generation des nun schon seit 2019 auf den Straßen herumflitzenden 208er Peugeot ausführlich testen. An dieser Stelle geht auch gleich unser Dank an PSA Retail Austria, die uns den derzeit vermutlich chicsten Kleinwagen auf Österreichs Straßen zur Verfügung gestellt haben.

Vorweg sei erwähnt, dass unser Testauto in der höchsten Ausstattungsvariante, der (Allure) GT-Line ankam. Neben den sportlichen Akzenten, wie Heckspoiler, breiten Radkästen oder auch den 18-Zoll Felgen, fällt vor allem die bereits von der großen Schwester 508 bekannte Front inklusive des „Säbelzahntiger“-Tagfahrlichts auf. Auch die Heckansicht, die ein wenig an die sportlichen Versionen des 205 der 80er Jahre erinnert, weiß zu gefallen. In der Redaktion sind wir uns einig: Peugeot ist mit dem 208 ein absoluter Hingucker gelungen. 

Auch innen setzt sich das aufregende Design fort. Die verwendeten Materialen wirken durchwegs hochwertig. Insgesamt erinnert nur das etwas beengte Raumgefühl daran, das man hier nicht in einem Mittelklassewagen platz genommen hat. Die Steuerung der Funktionen wie Klimaanlage und Infotainment erfolgt über ein, im Jahr 2020 fast zum Standard gewordenes, in Richtung des Fahrers ausgerichtetes Touchdisplay. Zusätzlich können einige Menüpunkte über separate Touchknöpfe in der Konsole angewählt werden. Unglücklicherweise fehlt auch hier die haptische Rückmeldung und man verbringt (zu) viel Zeit mit dem Blick auf das Display, selbst bei Änderung der Temperatur oder der Gebläseeinstellungen. Apropos Gebläse: im Zuge einer Autobahnfahrt fanden wir keine Möglichkeit, die Lüftungsdüsen komplett zu schließen. Dies führte dazu, dass bei zunehmender Geschwindigkeit, trotz abgeschaltetem Gebläse, ein nicht unbeträchtlicher (und unangenehmer) Luftstrom aus den Lüftungsdüsen entstand. Davon abgesehen fühlt man sich im Cockpit des 208 aber sehr gut behütet. Wie auch in den größeren Modellen führt der Blick über das Lenkrad auf das digitale Armaturenbrett. Dabei werden die wichtigen Infos wie Geschwindigkeit mittels 3D-Effekt hervorgehoben. Die Sportsitze bieten guten Halt, einzig die Oberschenkelauflage könnte etwas länger ausfallen, was in der Kompaktklasse aber leider oft ein unerfüllter Wunsch bleibt. 

Abseits der optischen Reize interessierten uns auch die Fahreigenschaften des sportiven Kompakten. Wählt man den Fahrmodus „Sport“ weiß der 131 PS starke Turbobenziner durchaus anzupacken, das ein oder andere PS mehr wäre dem Fahrspaß aber durchaus zuträglich. Auch die Lenkung liefert im Sportmodus (der bei jedem Fahrtantritt neuerlich gewählt werden muss) deutlich bessere Rückmeldung von der Fahrbahn. Flott durchfahrene Kreisverkehre erinnern dabei schnell an das Gefühl auf der Kartbahn, wozu auch das straffe Fahrwerk und der kurze Radstand einen wesentlichen Beitrag leistet. Auch wenn nicht die Fahrleistungen eines Polo GTI oder Ford Fiesta ST erreicht werden, so zeigt der kleine Franzose doch seine sportlichen Ambitionen. Etwas zu viel des sportlich Guten ist das auf längere Dauer etwas nervige (über einen Soundgenerator erzeugte) Dröhnen des Motors. 

Peugeot ist mit dem neuen 208er ein echter Hingucker gelungen, der einen Hauch von Luxus in die Kompaktklasse einziehen lässt. Das hat allerdings auch seinen Preis. Mit knapp 30.000 Euro ist unser Testwagen nicht gerade ein Schnäppchen. Eine Interessante Alternative zu den in dieser Wagenklasse eher biederen Modellen ist er aber allemal. Besonders auf die e-Version sind wir schon gespannt. Sobald wir diese in die Finger bekommen, werden wir an dieser Stelle natürlich umgehend berichten!

Autor: Christoph Meissner-Gibhart

Model: Laura Frischenschlager
Location: Gewerbepark Traiskirchen
Fotograf: Alexander Bachmayer

© SharkBiteCommunication/Bachmayer 2020


Peugeot 508 SW GT Line

Der 508 ist Peugeots neue Mittelklasse-Limousine – wir hatten die Limousine mit der stärksten dieselbetriebenen Maschine erst vor kurzer Zeit im Praxistest Peugeot 508 GT.

Wir werden diesen Bericht absichtlich knapp halten und wenig schreiben..

Aufgrund des bereits sehr ausführlichen Praxistests Peugeot 508 GT haben wir alle relevanten Details bereits abgehandelt. Im Innenraum gibt es für die Insasen keinerlei bemerkenswerte Änderungen. Einzig das Kofferaumvolumen sowie die Außenmaße haben sich geringfügig vergrößert. Der Motor war etwas träger, aber gefühlt genau die gleich starke Maschine wie im Peugeot 508 GT mit 17 PS mehr.
Als wir die Limousine fuhren, war uns rasch klar, dass Autos immer noch emotionale Beziehungen aufbauen müssen. Wenn man einen Peugeot 508 ab dem Baujahr 2019 sieht, versteht man, warum Emotionen beim Autokauf entstehen. Schick und elegant schauen sie aus. Nun aber haben wir die Kombiversion bekommen. Also die langweilige Variante. Mit Kofferraum für Eltern und so. Ob dieser Wagen dem eleganten Design der Limousine gerecht werden kann? Ehrliche Antwort? Ja, die Limousine ist richtig schön. Die SW Variante aber ist – megaschön. Solch hübsche Linie findet man derzeit fast nirgendwo. Sollen die Damen und somit auch Entscheidungsträger bitte gerne die Kombivariante auswählen, sie ist für jeden Mann ebenfalls “begeisternd”. Im Design ist Peugeot damit dem Mitbewerb um Längen voraus.
Entgegen dem Trend des immer weiter steigendem Größerwerdens kommt der Peugeot 508 SW eine Spur kleiner als sein Vorgänger daher. Ganze fünf Zentimeter weniger in der Länge und sechs Zentimeter weniger in der Höhe. Dadurch wirkt der Wagen breit und sehr sportlich.

Die Türscheiben sind wie bei der Limousine rahmenlos.

Schmale Lichtbänder an Front und Heck strecken die Silhouette und machen aus einem Kombi.., entsschuldigung!” .., einem 508 SW ein wirklich schönes und stilvolles Fahrzeug. Toll ist das sehr weit öffnende Schiebedach, dessen Luftzirkulationen die Insassen selbst bei höherer Geschwindigkeit weder klimatisch stören noch eine hohe Geräuschkulisse erzeugen.
Die als senkrechten Tagfahrlichter tragen zur markanten Erscheinung und einem sehr hohen Wiedererkennungswert des 508 SW bei.

Im Innenraum fällt einem erneut das bereits bekannte und typische Peugeot i-Cockpit ins Auge. Dieses ist nun in allen neuen Modellen implementiert.

Insgesamt ist der Peugeot 508 SW ein echter Augenschmaus mit sehr viel Ausstattung. Für relativ wenig Geld erhält man eine gute Fahrdynamik bei hohem Komfort.



Autor: Christoph Meissner-Gibhart

Location: Gewerbepark Traiskirchen
Fotograf: Thomas Hausner / Chrisoph Meissner - Gibhart


Peugeot 508 GT 

Eigentlich stellt sich die Frage, ob ein Diesel generell noch zeitgemäß ist. In den letzten zwei Jahren haben wir uns explizit mit den Nachteilen dieser Technologie und den Vorteilen der Elektromobilität auseinandergesetzt. Das Segment der modernen Diesel wächst seit dem Bekanntwerden der Versäumnisse und Skandale weiterhin gewaltig.

Da es am Elektrofahrzeugmarkt derzeit leider noch einige fehlende Fahrzeugsegmente – insbesondere für Familien – gibt und die Ansichten heute doch sehr weit auseinander driften, möchten wir in Zukunft auch eine Lanze für die Menschen brechen, die sich entweder ein Elektrofahrzeug derzeit aus ganz persönlichen und somit differenzierten Gründen noch nicht anschaffen möchten oder schlichweg aufgrund einer monetären Situation nicht können. Es bringt wenig, mit reinen “Tekkies” als Unterstützer zu agieren, wie benötigen viel mehr Emotionen.

Damit ist die Eingangsfrage, ob ein Diesel noch zeitgemäß sein kann, beantwortet: ja. Ich gestehe: ich bevorzuge aufgrund der vielen Vorteile der Elektromobilität natürlich weiterhin Elektrofahrzeuge. Aber: ein Diesel kann derzeit "noch" zeitgemäß sein – allerdings unter den richtigen Voraussetzungen, wie unser Praxistest zeigen wird.

Im aktuellen Praxistest sind wir den brandneuen Peugeot 508 in der derzeit stärksten und auch sehr sportlich anmutenden Dieselvariante GT 2.0 BlueHDi 180 (130kW) EAT8 für einen Zeitraum von 14 Tagen gefahren.
 

Peugeot scheint mit dem neuen 508er komplett neue Wege gehen zu wollen. Die aktuelle Version kann als Designmeisterwerk mit sehr viel Mut im Mittelklassesegment verstanden werden. 

Schon beim ersten Kontakt hebte sich der 508 GT angenehm von der gesamten Konkurrenz ab. Mit einer sehr markanten Frontpartie verfügt der 508 über weit in die Stoßfänger laufende LED – Tagfahrlichter. Die Mischung zwischen “muskelprotzendem Ungeheuer” und einem “sanftmütigen Riesen mit großen Augen” sind Bezeichnungen meiner 6 jährigen Zwillingstochter – aber sie sind absolut passend. Insgesamt überzeugt uns der Peugeot 508 mit einen sehr eigenständigen und frischen Look.

Als sehr gelungen zeigte sich die Heckpartie, welche besonders breit und bullig wirkt. Die einzeln positionierten LED-Rückleuchten und der unterhalb der Heckscheibe positionierte große Peugeot-Schriftzug verleihen dem Heck einen besonderen Auftritt. Beim Öffnen mit der Fernbedienung leuchteten die Rücklichter in einer Art “Tanz” und sorgten für manch Erstauenen bei uns sowie anderen Menschen.

Sportlichkeit wird in der Linie des 508 durch die GT Ausstattung zusätzlich unterstrichen. Zum GT Außendesign gehörte beim getesteten Model eine weiße Perlmuttlackierung, ein Kühlergrill im Rennflaggenmuster mit verchromter Umrandung, Außenspiegelkappen in Perla Nera Schwarz, stark getönte hintere Seitenscheiben und Heckscheiben sowie zweifarbige 18 Zoll Leichtmetallfelgen. Bei unserem Testwagen hatten wir zusätzlich sehr prominent das GT-Logo an der C-Säule.

Unser Praxistestfahrzeug war unter Anderem ausgestattet mit dem Full-LED-Paket, adaptiver Fahrwerksregelung, dem Safety Paket Plus, Keyless System, i-Cockpit mit 10“-Touchscreen, 3D Navigationssystem, 2-Zonen-Klimaautomatik, Focal-Soundsytem, Einparkhilfen, Rückfahrkamera, DAB+, Mirror Screen und noch vielen anderen technischen Raffinessen.

Zusätzlich war unser Testwagen mit einer sensorgesteuerten Heckklappe, einem automatischen Geschwindigkeitsregler ACC mit Stop & Go-Funktion inkl. Spurhalteassistent “Lane Positioning Assist“, Night Vision Nachtsicht-System ,19 Zoll Alufelgen , Perlmut Lackierung , Dekoreinlage Holz und induktiver Ladestation ausgestattet. Dies führte zu einem Gesamtpreis von 54.827 Euro. Damit ist der 508 SW dennoch immer noch günstiger als so mancher Mitbewerber in der Premium-Class.

Obwohl der Peugeot 508 durchaus das Zeug dazu hat in der Premium-Liga mitzuspielen, bleibt der Preis somit gar am Boden. Zum Listenpreis für das Diesel Top-Modell 508 SW GT BlueHDi 180 EAT8, erhält man einen nahezu komplett ausgestatteten Wagen.

Ein Designhighlight wie die Karosserie war beim 508 auch der Innenraum, allem voran die neue Generation des i-Cockpits. Peugeot hat es mit der zweiten Generation des i-Cockpit wirklich geschafft, die Armaturenlandschaft des Autos zu revolutionieren. Die Kombination aus kleinem Lenkrad und hoch positionierten Instrumenten konnte mich sowie zwei weitere Testfahrer auf ganzer Linie überzeugen. 
Sehr gut positioniert war für mich ebenso der 10“-Touchscreen, welcher sich zudem wunderbar einfach bedienen lässt. Auch hier scheint Peugeot deutliche Verbesserungen gegenüber der ersten Generation erreicht zu haben. Die Bedienung war schenll erlernt, weil dies sehr intuitiv erfolgte. Viele Funktionen versuchten wir ohne Bedienungsanleitung zu erwirken – dies stellt keinerlei Anforderung dar.

Auch das virtuelle Cockpit konnte mich überzeugen. Verschiedene Farbsymbiosen und eine Auswahl von verschiedenen Cockpitanzeigen konnten gewählt werden. So jann sich jeder Fahrer aus der Vielzahl der Möglichkeiten seine ganz persönliche Gestaltung aussuchen und einstellen.

Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann höchstens die optisch sehr schönen, aber für die Bedienung während der Fahrt zu waagerecht stehenden Tasten der Mittelkonsole, sowie der schlecht platzierte Tempomat, welcher sich hinter dem Lenkrad versteckte.

Besonders angenehm waren die mit einem AGR-Gütesiegel versehenen ergonomischen Komfortsitze. Als großer und schwerer Kerl empfand ich diese nicht nur besonders rückenfreundlich, sondern auch mit einem sehr guten Sitzkomfort und Seitenhalt behaftet.

Trotz coupéähnlicher Linienführung der Karosserie bietet der 508 ein gutes Platzangebot vorne wie hinten. Allerdings schränkten mich die flach abfallende Dachpartie und die relativ schräg stehende Heckscheibe in der Sicht nach hinten etwas ein. Ebenso war das Einsteigen für mich mit 183 cm Körpergröße nicht immer ganz einfach.

Unter den Diesel-Motoren ist der 2.0 BlueHDi 180 die stärkste Variante, und erfüllt natürlich auch die Euro 6d-Temp Norm. Nur mit ihm wird bei den Selbstzündern die sportliche GT Ausführung angeboten. Der Vierzylinder Turbo-Diesel schöpft, anders als die Benziner mit 1,6-Liter, aus 2,0-Litern Hubraum eine Leistung von 177 PS (130 kW) und ein maximales Drehmoment von 400 Nm bei 2.000 U/min. Die Motorenbezeichnung 2.0 BlueHDi “180” ist also eigentlich nicht ganz zutreffend.

Der Motor hängte gleich nach dem Start schon gut am Gas und überzeugte mit einem sehr spritzigen Antritt. Zu jeder Zeit lief der Motor auch auf der Autobahn angenehm leise und laufruhig, und sein kraftvolles Drehmoment von 400 Nm hielt immer ausreichend Schub nach vorne bereit.  Die serienmäßige 8-Gang-Automatik arbeitete immer harmonisch mit dem Motor zusammen. Ergänzt durch verschiedene Fahrmodischalter konnten wir insgesamt eine sparsame und entspannte (ECO Modus) erreichen.
Beim Verbrauch bewegten wir uns im Schnitt zwischen 4,2 (4,7 Liter Werksangabe) und 4,5 Liter Diesel Dies hängt sich auch mit der sehr moderaten Fahrweise zusammen.

Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigte der 508 GT 2.0 BlueHDi 180 EAT8 7,4, Sekunden, was sich in der Praxis aber deutlich flotter anfühlte. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h ist man auf der Autobahn rasch unterwegs – in Österreich allerdings weit überdimensioniert und aufgrund des Tempolimits auch nicht versucht.

Bei höherem Tempo blieb es im Innenraum angenehm leise, was den Wagen ideal zum Reisewagen prädestiniert. Das gilt insgesamt auch für das sehr ausgewogene Sportfahrwerk mit adaptiver Fahrwerksregelung “Active Suspension Control”. In allen Situationen bot das das straff aber dennoch komfortabel fgefederte Fahrwerk eine ausgezeichnete Straßenlage.

Hier ist anzumerken, dass es anfangs sehr ungewohnt war, das Cockpit und die Armaturen oberhalb des Lenkrades zu haben.

Abgerundet wurde der positive Eindruck durch das umfangreiche Sicherheitspaket, dem unter anderem serienmäßigen Notbremsassistenten, Active Safety Brake, Frontkollisionswarner, Müdigkeitswarner, Spurhalteassistent, mit Lenkeingriff und dem adaptiven Tempomat mit Stop & Go-Funktion.


Fazit: “Mit dem neuen 508 GT 2.0 BlueHDi 180 bietet Peugeot nicht nur eine besonders anmutende und moderne sondern auch sehr dynamische Sportlimousine an.  Der 508 konnte wirklich in jeder Hinsicht überzeugen. Angefangen vom Design, über die Ausstattung, die Qualitätsanmutung bis zum Fahrspaß und Verbrauch.


Autor: Thomas Hausner

Location: Österreich
Fotograf: Thomas Hausner